Nieder-, Mittel- oder Hochspannung – für jeden Bedarf gibt es den richtigen Anschluss
Sie brauchen für Ihr Gewerbe, Ihre Immobilie oder Liegenschaft einen Stromanschluss? Je nach Strombedarf ist entweder das Nieder-, Mittel- oder Hochspannungsnetz für Sie relevant. Als Verteilnetzbetreiber sind wir in Hamburg für alle drei Spannungsebenen der richtige Ansprechpartner. Für den Fall, dass Sie eine elektrische Anlage in Ihrem Haus oder auf Ihrem Grundstück an unser Verteilnetz anschließen oder einen bereits vorhandenen Hausanschluss ändern lassen möchten, planen Sie in der Regel im Niederspannungsbereich. Nutzen Sie Energie in größerem Umfang, brauchen Sie eine eigene Kundenstation, welche je nach Bedarf an das Mittelspannungs- oder Hochspannungsnetz angeschlossen werden muss.
Welche Spannungsebene empfiehlt sich für welchen Anwendungsfall?
In der untenstehenden Tabelle haben wir Ihnen – für eine erste Orientierung – die jeweils gängigsten Anwendungsbeispiele der drei unterschiedlichen Spannungsebenen zusammengestellt.
| Anwendungsfall | Maximale Kapazität im Einzelfall | Anschlussmöglichkeit | Spannungsebene |
|---|---|---|---|
| Einfamilienhaus | Aussetzbetrieb: bis 30 kVA Dauerbetrieb*: bis 30 kVA | Netzanschluss (KH00) | Niederspannung |
| Mehrfamilienhaus, Gewerbe | Mehrfamilienhaus, Gewerbe Aussetzbetrieb: bis 100 kVA Dauerbetrieb*: bis 100 kVA | Netzanschluss (KH1) | Niederspannung |
| Gewerbe und Industrie | Aussetzbetrieb: bis 540 kVA Dauerbetrieb*: bis 270 kVA | Netzanschluss (NH2) | Niederspannung |
| Gewerbe und Industrie | Entnahme: 1.500 kVA Einspeisung: 1.000 kVA | Kundenstation | Mittelspannung |
| Gewerbe und Industrie | Entnahme: 12.000 kVA Einspeisung: 9.000 kVA | Anschluss an Sammelschiene Umspannwerk | Mittelspannung |
| Industrie | Individuelle Festlegung | Individuelle Festlegung | Hochspannung |
* ununterbrochener Betrieb (Entnahme oder Einspeisung) über 60 Minuten in 24 Stunden in Anlehnung an IEC 60034-1.
Mehrere Netzanschlüsse
Werden mehrere Netzanschlüsse für ein Gebäude bzw. ein Grundstück errichtet, stellen Planer, Errichter sowie Betreiber der Kundenanlagen durch geeignete Maßnahmen dauerhaft sicher, dass eine eindeutige elektrische/galvanische Trennung der angeschlossenen Kundenanlagen und des in die Schutzmaßnahmen einbezogenen Hauptpotentialausgleichs gegeben ist.
Besteht eine Kundenanlage aus mehreren Erdungsanlagen, sind diese ausreichend stromtragfähig zu verbinden, ggf. über einen zusätzlichen separaten Schutzleiter. Für die Dimensionierung und Verlegung sind Erdkurzschlussströme, betriebsbedingte Ausgleichsströme und gegebenenfalls Blitzströme in die Querschnittsberechnung einzubeziehen. Grundsätzlich ist im TN-System mit möglichen Ausgleichströmen zu rechnen. Zur Vermeidung von Rückwirkungen auf den „Schutz gegen indirektes Berühren“ oder Gefahren durch Minderquerschnitte bei Verbindungsleitungen oder Schirmungen von Signal- oder Datenleitungen (gleiches gilt für metallene Gas-, Wasser-, Abwasserleitungen oder Rohrleitungen zur Heizung, Lüftung oder Klimatisierung) soll eine eindeutig räumliche, bauliche oder funktionale Abgrenzung erfolgen.
Bei mehreren Netzanschlüssen oder Übergabepunkten (Erzeugung oder Speicher), ist die Anlage ausreichend zu kennzeichnen und zu dokumentieren. An allen relevanten Betriebsmitteln ein Übersichtsplan auszuhängen. Zur Vermeidung von gleichzeitig berührbaren Potentialen, dürfen gleichartige Anwendungen (z. B. benachbarte EV-Stellplätze) nicht unterschiedlichen Netzanschlüssen zugeordnet werden. Zur präventiven Minderung möglicher Ausgleichströme sind Netzanschlüsse, die mit einer gemeinsamen Erdungsanlage verbunden sind, grundsätzlich aus demselben Speisepunkt/Netz zu versorgen. Bei unterschiedlichen Netzen ist eine Verbindung zwischen den PEN-Leitern und den Erdungsanlagen sowie dem Potentialausgleich dauerhaft auszuschließen.