Blick auf die Hamburger Köhlbrandbrücke in Abendstimmung.

Digitale Schnüffelnase auf vier Rädern

Mobile Leitungsprüfung

Dichte Erdgasleitungen sind eine wichtige Voraussetzung für eine sichere und klimafreundliche Energieversorgung. Dafür schicken wir modernste Messtechnik auf die Straße.

In unserem elektrischen Renault stecken Sensoren und hochsensible Messgeräte, um mögliche Leckagen noch früher als bisher zu erkennen. Diese mobile Leitungsprüfung ergänzt die Arbeit der Gasspürer, die Hamburgs 7.800 Kilometer Gasleitungen zu Fuß nur alle vier Jahre überprüfen können. Lediglich bei Hochdruckleitungen erfolgt die manuelle Prüfung im Jahresturnus.

Fahrzeug mit technischer Ausstattung zur Methanmessung der Hamburger Energienetze.

Foto: © Hamburger Energienetze GmbH

 

So funktioniert es – dank modernster Technik

Äußerlich gleicht der elektrische Renault Scenic einem Serienfahrzeug, wäre da nicht ein Dachaufbau mit einem sogenannten Anemometer: Dieser Windrichtungsmesser registriert bei den Messfahrten, aus welcher Richtung und in welcher Geschwindigkeit mögliche Methan- und Ethanpartikel in der Luft in Richtung Auto wehen. Versteckt in der vorderen Stoßstange saugt ein Ansaugstutzen Luft in die hochsensible Messtechnik im Kofferraum des Wagens. Bereits bei einem Gaspartikel pro 20 Millionen Luftpartikeln schlägt die Technik an. Ein Computer an Bord verknüpft die Positions-, Geschwindigkeits-, Mess- und Winddaten zu einem digitalen Messprotokoll. Die Daten sehen unsere Fachleute sofort in einer Online-Karte. 

Sicherheit digital dokumentiert

Die Messergebnisse werden im digitalen Portal als farbige Fahnen entlang der abgefahrenen Straßen dargestellt. So erkennen die Fachteams, an welchen der in der Straßen-Nebenflächen verlaufenden Gasleitungen mögliche Undichtigkeiten liegen können. Um Fehler aufgrund anderer Methanquellen – etwa von Erdgasfahrzeugen oder aus der Kanalisation – zu vermeiden, fährt der Wagen jede Straße bis zu dreimal ab. Sollte sich beim wiederholten Durchgang der Verdacht eines Lecks erhärten, überprüfen spezielle Teams die entsprechenden Leitungsabschnitte vor Ort von Hand mit Spürgeräten und leiten gegebenenfalls eine Reparatur ein.

Moderne Methode umfassend erprobt

Die Methode hatten wir bereits seit 2022 umfassend getestet und evaluiert. Nun kommt sie mit dem mobilen Messfahrzeug in den Betriebsalltag. Denn die Kombination aus regelmäßigen Gasspürer-Einsätzen und den Messfahrten bringen maximale Sicherheit für die Integrität des Erdgasnetzes. So erfüllen wir bereits jetzt die Vorgaben der EU-Methanverordnung und sämtliche Vorschriften des Fachverbandes DVGW beim Gasnetzbetrieb. Der Verband stand bei der Vorbereitung und Bewertung des neuen Prüfverfahrens in engem Austausch mit dem Unternehmen und hat dadurch seinerseits Erfahrungen und Daten für innovative Ansätze zur Leitungsprüfung gewonnen. 

Hamburgerinnen und Hamburger, die den Wagen ab sofort auf Hamburgs Straßen sehen, können also sicher sein: Hier wird Hamburgs Gasnetz noch sicherer und umweltfreundlicher. Und das künftig praktisch täglich: Denn bei trockenem Wetter geht die mobile Schnüffelnase auf die Straße – und schafft dank hoher Akkukapazität bis zu rund 500 Kilometern Strecke.

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Netz der Zukunft

Wir modernisieren unser Verteilnetz nach dem neuesten Stand der Technik.

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