Luftaufnahme der Innenstadt von Hamburg

Grüner Wasserstoff: Energiequelle der Zukunft

Warum Wasserstoff die Energiewende voranbringt

Erneuerbare Energien aus Wind und Sonne schwanken – so wie eben auch der Wind und die Sonneneistrahlung. Doch Stromnetze laufen nur dann stabil, wenn die Einspeisung und der Verbrauch zu jedem Zeitpunkt übereinstimmen. Im Gasnetz hingegen ­spielen kleinere Druckschwankungen keine Rolle: Das Netz selbst ist ein großer Speicher und gleicht Schwankungen mühelos aus. Eine Kopplung der Netze für Gas und Strom ist daher technisch wie wirtschaftlich und ökologisch gleichermaßen sinnvoll. Denn Strom lässt sich in Wasserstoff wandeln und beliebig im Gasnetz zwischenspeichern. Das bietet für energieintensive Industrien die Möglichkeit, saubere Energie immer dann zu nutzen, wenn sie gebraucht wird.

Mehrere Unternehmen arbeiten im Hamburger Wasserstoffverbund bereits daran, das grüne Gas zu erzeugen, zu importieren und in energieeffizienten Produktionsprozessen und in der Logistik einzusetzen. Künftig soll es aber auch in BHKWs, Brennstoffzellen oder Großkraftwerken für die bedarfsgerechte Stromproduktion genutzt werden. Weitere Anwendungen bei Verkehr oder in Gebäuden sind derzeit in der Erprobung. In Hamburg werden dabei die Akteure vom Hamburger Wasserstoff-Industrie-Netz HH-WIN profitieren, das die Hamburger Energienetze in den nächsten Jahren errichten.

Unsere Wasserstoff Forschungsprojekte

mySMARTLife: Wärme aus Wasserstoff

Wie kann die Energieversorgung in Städten klimafreundlicher, resilienter und zukunftsfähig gestaltet werden? Mit dieser Frage befasste sich das EU-geförderte Forschungsprojekt mySMARTLife, in dem europaweit innovative Lösungen für nachhaltige Stadtquartiere erprobt wurden. Auch die Hamburger Energienetze waren Teil des Projekts und sammelten dabei wertvolle Erkenntnisse für die Wärmeversorgung von morgen.

Im Hamburger Quartier „Am Schilfpark“ in Bergedorf wurde im Rahmen von mySMARTLife der Wasserstoff-Mischbetrieb einer bestehenden Energiezentrale erfolgreich umgesetzt. Über ein Nahwärmenetz konnten 273 Wohnungen mit Heizenergie und warmem Wasser versorgt werden. Die Wärme lieferten zwei Blockheizkraftwerke sowie zwei Spitzenlastkessel.

Die ursprünglich für die Nutzung von Erdgas ausgelegte Energiezentrale lief dabei mit einem Wasserstoffanteil von bis zu 30 Prozent – ohne technische Einschränkungen oder Beeinträchtigungen der Versorgungssicherheit. Für diesen innovativen Ansatz wurde das Projekt im Jahr 2023 mit dem Eurocities Award in der Kategorie „Managing the energy crisis sustainably“ ausgezeichnet. 

H2-SWITCH100: Erdgasleitungen fit für Wasserstoff machen

Grüner Wasserstoff ist ein wichtiger Baustein der Energiewende, vor allem für Industrie und Wirtschaft. Welche Rolle er jedoch künftig in der Wärmeversorgung von Privathaushalten spielen kann, ist bisher kaum erforscht. Genau hier setzte das Pilotprojekt H2-SWITCH100 an.

Von 2023 bis 2025 wurde in Hamburg-Harburg untersucht, ob bestehende Erdgasleitungen grundsätzlich für den Betrieb mit Wasserstoff geeignet sind. Die Hamburger Energienetze prüften dazu die Materialien und Komponenten von insgesamt 16 Haus- und Gewerbeanschlüssen sowie das im Projektgebiet verlaufende Niederdruck-Gasnetz unter realen Bedingungen. Dabei wurde bewusst ein Gebiet ausgewählt, in dem Materialien und Komponenten unterschiedlichen Alters verbaut sind.  

Das Ergebnis: Die Machbarkeit einer vollständigen Umstellung von einer Erdgasversorgung auf Wasserstoff konnte erfolgreich nachgewiesen werden. Technisch ist eine Umstellung von Netz und Anschlüssen mit geringem Aufwand möglich. Das Projekt liefert damit wichtige Erkenntnisse für die Bewertung künftiger Wasserstoffanwendungen im Wärmesektor – insbesondere dort, wo andere klimafreundliche Lösungen nur eingeschränkt umsetzbar sind, etwa in kaum sanierbaren Altbauten oder zur Deckung des gewerblichen Energiebedarfs. 

Wissenswertes über Wasserstoff

Im Gasnetz fließt schon heute der größte Teil von Hamburgs Energie. Wasserstoff, chemisch H2 genannt, wird das Erdgasnetz zusammen mit anderen grünen Gasen zum Rückgrat der Hamburger Energiewende machen. Doch was charakterisiert Wasserstoff eigentlich? Wir haben einmal die wichtigsten Fakten für Sie zusammengestellt:

Weitere Informationen
HH-WIN: Hamburger Wasserstoff-Industrienetz

Hamburgs energieintensive Industrien suchen nach Lösungen zur Dekarbonisierung ihrer Produktion. Wir zeigen nun konkrete Pläne für ein "Hamburger Wasserstoff-Industrie-Netz", kurz HH-WIN.

Leitungsbau in Niedersachsen

Der Bau des insgesamt 13 Kilometer langen Bauabschnittes des Hamburger Wasserstoff-Industrie-Netz ist ab Mitte 2025 geplant.

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