Das Stromnetz der Zukunft
Stromnetze spielen eine entscheidende Rolle bei der Energiewende. Wir modernisieren unser Verteilnetz nach dem neuesten Stand der Technik und machen es damit fit für einen weiteren Ausbau erneuerbarer Energien. Ein Schwerpunkt unserer Projektarbeit liegt in der Sektorkopplung: Wir sind der festen Überzeugung, dass Strom-, Wärme- und Gasnetze sowie der Mobilitätssektor zusammen gedacht werden müssen, um ein Höchstmaß an Energieeffizienz zu erreichen.
Unser Ziel ist klar: ein intelligenter, sicherer und effizienter Netzbetrieb. In Forschungsprojekten und Dank Netzkooperationen bauen wir unser Wissen aus und schaffen technisch fundierte und wirtschaftliche Lösungen.
KOLA
KoLa steht für ein Projekt, das sich mit der „Koordinierungsfunktion des Verteilnetzes und dem Lastmanagement für den elektrifizierten Personenverkehr“ (KOF) beschäftigt. Es verfolgt das Ziel, das Netz auch bei steigenden und zunehmend volatileren Lasten stabil zu halten und den Netzausbau auf ein Minimum zu begrenzen.
Die Hamburger Energienetze werden eine Koordinierungsfunktion auf Verteilnetzebene entwickeln, die die Ansteuerung flexibler Anlagen im Netz bündeln und effizient managen soll. Dazu muss von den Projektpartnern unter anderem eine Kommunikation zwischen der KOF, dem Lastmanagement und dem Energiemarkt aufgebaut werden. Zudem wird im Projekt die Möglichkeit eines steuernden Eingriffs auf das Lastverhalten der elektrischen Anlagen der Hamburger HOCHBAHN analysiert und bewertet. Im Kern soll die KOF den steuerbaren Anlagen die Teilnahme an Flexibilitätsmärkten und das Laden der Busse unter ökonomischen Gesichtspunkten ermöglichen, ohne dass der Betrieb des Stromnetzes hierbei gefährdet wird.
DISEGO
Wie kann es gelingen, den Netzausbau trotz massiven Hochlaufs der Lasten zu minimieren – und gleichzeitig die Netzstabilität zu gewährleisten? Auf dem Innovationscampus in Bramfeld erproben wir dafür vorgesehene technische Lösungen an realen Betriebsmitteln in der gesamten Wirkkette. Das Projekt Critical Components for Distributed and Secure Grid Operation (DISEGO) fokussiert sich dabei auf vier ineinandergreifende Komponenten: eine minimalinvasive Netzzustandsüberwachung, eine kontinuierliche Verbesserung der im Rahmen der Netzsteuerung erforderlichen Systemmodelle, eine manipulationssichere und drahtlose Kommunikationsanbindung von dezentralen Energieanlagen über Weitbereichsfunk und die Integration der zuvor genannten Komponenten in die vorhandene physische und Software-Infrastruktur mittels einer IoT-Plattform.
Norddeutsches Reallabor
Das „Norddeutsche Reallabor für digitale, integrierte Sektorkopplung mit Schwerpunkt Wasserstoff“ ist eine Großinitiative, deren Ziel eine schnelle Dekarbonisierung mit Hilfe des Einsatzes von Wasserstoff in verschiedenen Anwendungsfällen ist. Die industrielle Umsetzung der Sektorkopplung in der Region soll beschleunigt werden. Entstehen soll eine „Blaupause“ für die Energiewende, umsetzbar in Deutschland und Europa. Zusammen mit den Hamburger Energiewerken beteiligen wir uns an der Erstellung eines Planungswerkzeugs „iNeP“ zur sektorübergreifenden Gesamtnetzplanung der Energieträger Strom, Gas und Wärme.
Umspannwerk 2030
Umspannwerke gehören zu den Schlüsselkomponenten des Verteilnetzes. Wir erstellen zusammen mit Partnern ein Konzept zur Realisierung zukünftiger, digitalisierter Umspannwerke. In einer Demonstrator-Anlage werden innovative Technologien in der Primär- und Sekundärtechnik erprobt, wie beispielsweise nicht-konventionelle Wandler und eine zentrale Datenbankplattform. Auf Grundlage dieser Erfahrungen wird ein Standard „Umspannwerk 2030“ entstehen, das als Basis für alle Werkserneuerungen im Hamburger Netzgebiet dienen wird.