Fahrzeug mit technischer Ausstattung zur Methanmessung der Hamburger Energienetze.
Pressemitteilung | 06.05.2025

Spürnase auf vier Rädern

Hamburger Energienetze starten mobile Leitungsprüfung

Fahrzeug mit technischer Ausstattung zur Methanmessung der Hamburger Energienetze.
Foto: © Hamburger Energienetze GmbH

Hamburg. Die Hamburger Energienetze wollen ihre Gasleitungen noch sicherer und zuverlässiger machen: Dazu rollt ab sofort ein Messfahrzeug durch die Stadt, das systematisch alle Netzbereiche abfährt. Das E-Auto mit auffälligen Dachaufbauten ist eine elektronische Spürnase auf vier Rädern. 

Dichte Erdgasleitungen sind eine wichtige Voraussetzung für eine sichere und klimafreundliche Energieversorgung. Die Hamburger Energienetze setzen dabei auf modernste Messtechnik: In dem weißen E-Auto stecken Sensoren und hochsensible Messgeräte, um mögliche Leckagen noch früher als bisher zu erkennen. Die mobile Leitungsprüfung ergänzt die Arbeit der Gasspürer, die Hamburgs 7.800 Kilometer Gasleitungen zu Fuß nur alle vier Jahre überprüfen können. Lediglich bei Hochdruckleitungen erfolgt die Überprüfung im Jahresturnus.

„Um das Hamburger Erdgasnetz möglichst sicher und klimafreundlich zu betreiben, gehen wir jetzt über die turnusmäßigen Gasspürer-Einsätze hinaus und führen zusätzlich die mobile Prüfmethode ein, um die Integrität der Leitungen auch zwischen den bisherigen Prüfintervallen sicher zu stellen“, erläutert Michael Dammann, technischer Geschäftsführer der Hamburger Energienetze. „Die Messtechnik am Fahrzeug haben wir ab 2022 gemeinsam mit dem Gas-Fachverband DVGW umfassend erprobt und evaluiert. Jetzt kommt sie in unseren Betriebsalltag.“ 

Im Fahrzeug dokumentiert digitale Technik die Messungen

Äußerlich gleicht der elektrische Renault Scenic einem Serienfahrzeug, wäre da nicht der Dachträger mit einem so genannten Anemometer: Dieser Windrichtungsmesser registriert bei den Messfahrten, aus welcher Richtung und in welcher Geschwindigkeit mögliche Methan- und Ethanpartikel in der Luft in Richtung Auto wehen. Versteckt in der vorderen Stoßstange saugt ein Ansaugstutzen Luft in die hochsensible Messtechnik im Kofferraum des Wagens. Bereits bei einem Gaspartikel pro 20 Millionen Luftpartikeln schlägt die Technik an. Ein Computer an Bord verknüpft die Positions-, Geschwindigkeits-, Mess- und Winddaten zu einem digitalen Messprotokoll. Die Daten sehen die Fachleute bei den Hamburger Energienetzen sofort in einer Online-Karte. 

Als farbige Fahnen entlang der abgefahrenen Straßen stellt das digitale Portal die Messergebnisse dar. So erkennen die Fachteams, an welchen der in der Straßen-Nebenflächen verlaufenden Gasleitungen mögliche Undichtigkeiten liegen können. Um Fehler aufgrund anderer Methanquellen – etwa von Erdgasfahrzeugen oder aus der Kanalisation – zu vermeiden, fährt der Wagen jede Straße bis zu dreimal ab. Sollte sich beim wiederholten Durchgang der Verdacht eines Lecks erhärten, überprüfen spezielle Teams die entsprechenden Leitungsabschnitte vor Ort von Hand mit Spürgeräten und leiten gegebenenfalls eine Reparatur ein.

Die Kombination aus regelmäßigen Gasspürer-Einsätzen und den Messfahrten bringen maximale Sicherheit für die Integrität des Erdgasnetzes. Die Hamburger Energienetze erfüllen damit bereits jetzt die Vorgaben der EU-Methanverordnung und sämtliche Vorschriften des Fachverbandes DVGW für den Gasnetzbetrieb.

Fahrzeug mit technischer Ausstattung zur Methanmessung der Hamburger Energienetze.

Pressefoto: Mobile Leitungsprüfung

Spürnase auf vier Rädern: Ein elektrisch betriebenes Spezialfahrzeug mit umfassender Sensortechnik geht nun in Hamburg für die sichere Gasversorgung auf die Straße. Foto: Hamburger Energienetze Foto: Hamburger Energienetze

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Pressesprecher
Bernd Eilitz
Hamburger Energienetze
040 23 66 35 07E-Mail schreiben
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