Zwei Mitarbeitende der Hamburger Energienetze bei Baumaßnahmen
Pressemitteilung | 11.06.2025

Aufsichtsratssitzung

Mehr Transparenz und Kostenkontrolle bei Bauprojekten

Dr. Alexander von Vogel, Staatsrat der Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA), ist zum neuen Aufsichtsratsvorsitzenden der Hamburger Energienetze gewählt worden. In der ersten Sitzung unter seinem Vorsitz am Freitag, 6. Juni, hat die seit Dezember 2024 neu aufgestellte Geschäftsführung der Hamburger Energienetze dem Gremium die Pläne für mehr Transparenz und eine noch striktere Kostenkontrolle bei Bauprojekten vorgestellt. Dazu gehören ein überarbeitetes Berichtswesen für den AR und bessere Standards für Kosteneffizienz bei der Vergabe von Immobilienprojekten. Das Unternehmen will damit das Aufsichtsgremium detaillierter als vorgeschrieben über unvorhergesehene Kostenentwicklungen informieren.

Hintergrund ist eine Kostensteigerung von insgesamt 33 Prozent zwischen der Vergabe im Jahr 2023 und der Realisierung von drei Gebäuden im Rahmen der Modernisierung des Unternehmensstandorts in Bramfeld. Vor allem das Empfangs- und Beratungsgebäude an der Bramfelder Chaussee hatte mit Kosten von rund vier Millionen Euro zu dieser Kostensteigerung beigetragen.

Dazu Staatsrat Dr. von Vogel: „Die städtischen Unternehmen sind in besonderer Weise Effizienz- und Transparenzgrundsätzen verpflichtet. Als neuer Vorsitzender des Aufsichtsrats der Hamburger Energienetze begrüße ich es außerordentlich, dass wir uns darauf verständigt haben, dass der Aufsichtsrat künftig frühzeitiger und detaillierter über etwaige Kostensteigerungen informiert wird. “

Dr. Peter Wolffram, als Geschäftsführer des Ressorts Kunde und Unternehmen zuständig für Immobilienprojekte bei den Hamburger Energienetzen, fasst die Neuerungen zusammen: „Wir haben aus zurückliegenden Projekten gelernt und wenden neue Verfahren an. In künftigen Bauprojekten werden wir eine Vergabe an einen Totalunternehmer (TU) vornehmen. In Zukunft werden wir noch einen Schritt weiter gehen und eine sogenannte Integrierte Projektabwicklung (IPA) umsetzen. Damit haben wir viel früher präzise Projektkostenindikationen als das bei Einzelvergaben möglich war. Außerdem können die Prozesse auf dieser Basis effizienter ausgesteuert werden. Den Aufsichtsrat können wir so qualitativ besser und früher einbinden. Damit greifen wir den Impuls der neuen Umweltsenatorin Katharina Fegebank auf, die Abstimmung zwischen BUKEA und uns als stätischem Unternehmen zu intensivieren.“ 

Gabriele Eggers, Geschäftsführerin Finanzen bei den Hamburger Energienetzen: „Die Transformation der Hamburger Energieinfrastruktur erfordert gewaltige Investitionen. Durch ein strenges Controlling behalten wir die Kosten für diesen Umbau immer im Blick. Trotzdem waren wir in den letzten Jahren mit Preissteigerungen konfrontiert, die wir nicht beeinflussen konnten. Jetzt gilt es, unser Vergabesystem auf den Prüfstand zu stellen, um auf alle erdenklichen Kostenentwicklungen noch besser vorbereitet zu sein.“

Kosteneffizientes Bauen und transparente AR-Berichterstattung vereinbart
Im Zentrum der Transparenzoffensive für kosteneffizientes Bauen stehen bei den Hamburg Energienetzen vor allem veränderte Verfahren bei der Auftragsvergabe. Während Bauplanung und Bauausführung bisher getrennt voneinander organisiert waren, soll vor allem bei komplexen Projekten künftig das IPA-Vertragsmodell (Integrierte Projektabwicklung) zum Einsatz kommen. So arbeiten gleich zu Beginn eines Bauprojekts die Akteure aus Planung und Bau in einer gemeinsamen Allianz zusammen. Über einen solchen Mehrparteienvertrag lassen sich Kosten genauer prognostizieren und Einzelgewerke besser koordinieren.

Bei weniger komplexen Projekten sollen Vergaben an so genannte Totalunternehmer (TU) sicherstellen, dass innerhalb abgesteckter Kostengrenzen eine optimale Bauplanung und Ausführung erreicht wird. Gerade bei mehrjährigen Projekten schaffen beide Modelle die Grundlage dafür, Kostensteigerungen zu vermeiden und bessere Transparenz für den Auftraggeber und den Aufsichtsrat zu schaffen.

Die wirtschaftlichen Folgen des Ukraine-Kriegs und der Coronakrise, aber auch lange Genehmigungsverfahren mit erheblichen Zusatzauflagen für mehr Nachhaltigkeit und Emissionsschutz hatten bei der Modernisierung des Standorts Bramfeld zu zuvor nicht eingeplanten Mehrkosten geführt. Dort entsteht derzeit ein Multifunktionsgebäude, das provisorisch errichtete Bauten für die Betriebskantine und Bürocontainer ablöst. Gleichzeitig kann ab Juli das neue Parkhaus von den Mitarbeitenden genutzt werden. Dadurch schafft das Unternehmen Raum für ein weiteres Bürogebäude und die Entsiegelung von Flächen, um besser auf Starkregenereignisse vorbereitet zu sein. Das Empfangsgebäude an der Bramfelder Chaussee, in dem künftigen Schulungen und Kundenberatungen angeboten werden, wird noch im Juni für Kundinnen und Kunden der Hamburger Energienetze geöffnet.

Pressesprecher
Axel Schröder
Hamburger Energienetze
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