Geografisches Informationssystem
7.900 Kilometer Gasleitungen durchziehen Hamburg: ein weit verzweigtes und komplexes Netz über drei Druckstufen. Um diese Infrastruktur sicher und zuverlässig zu betreiben und stets am Energiebedarf der Stadt auszurichten, bedarf es genauer Informationen.
Die Hamburger Energienetze setzen dazu ihr geografisches Informationssystem GIS ein. Es bietet eine hochpräzise Kartierung aller im Netz eingesetzten Komponenten und Leitungstrassen, mit einem Bezug zur Lage auf das amtliche Liegenschaftskatasterinformationssystem ALKIS. Die Darstellung erfolgt im international für alle Infrastrukturen gültigen Koordinatensystem UTM 32 im europäischen Referenzsystem ETRS89. Die genutzten Standards erlauben heute unserem Unternehmen, das System kontinuierlich weiterzuentwickeln und mit vielen anderen IT-Lösungen intelligent zu verknüpfen.
Bereits Ende der 1980er Jahre begann das Vorgängerunternehmen mit der systematischen digitalen Dokumentation aller Informationen über das Rohrnetz. Daten über Materialien, Durchmesser, Lage und Installationszeitpunkt flossen seither in den Datenbestand, der zunächst in Bezug auf die amtliche Liegenschaftskarte (ALK) erfasst wurde.
Über viele Jahre verfeinerten die Fachleute in unserem Unternehmen den Datenbestand, präzisierten über Nachmessungen und Informationen aus anderen Datenquellen die Netzinformationen. So entstand ein hoch präzises digitales Abbild aller im Hamburger Gasnetz eingesetzten Rohre, Hausanschlüsse, Schieber, Druckregelanlagen und vieler weiterer Komponenten.
Der jahrelange Aufwand hat sich gelohnt. Mit dem vor wenigen Jahren eingeführten Open-Source-System sind die Netzinformationen nun für eine Reihe von Anwendungen problemlos nutzbar: Interne Planungen im Rahmen der Netz-Instandhaltungsstrategie lassen sich damit ebenso detailgenau realisieren wie die jährlichen Reportings für die Regulierungsbehörde. Auch bei der Kooperation mit der Stadt Hamburg und den Schwesterunternehmen für die Strom-, Wasser- und Wärmeversorgung bildet der immense Datenbestand eine solide Grundlage für gemeinsame Planungen.
Ganz gleich, ob dabei neue Quartiere an die Gasversorgung angeschlossen oder bei koordinierten Straßenbaumaßnahmen die Trassen aufeinander abgestimmt werden sollen: Mit dem GIS kennt unser Unternehmen sämtliche Details über Lage, Zustand, Leistungsfähigkeit und Materialbeschaffenheit sämtlicher Leitungsabschnitte.
Auch externe Bauträger und Planungsfirmen können über die Daten genaue Auskünfte einholen. Über das städtische Leitungsauskunftsportal ELBE+ stehen die GIS-Daten bereit. So lassen sich Leitungsschäden bei Baggerarbeiten verhindern oder der Aufwand für den Anschluss von Gebäuden und Quartieren im Vorfeld verhindern.