Pressemitteilung | 19.05.2026

Faire Verteilung von Kapazitäten für große Netzanschlüsse

Hamburger Energienetze starten Fair Grid-Projekt

Hamburg. Die Hamburger Energienetze passen ihr Vergabeverfahren für neue Netzanschlüsse mit hohem Strombedarf an. Diese Netzanschlüsse werden in Zukunft in einem Repartierungsverfahren im sogenannten Fair Grid-Projekt vergeben. Die Änderung betrifft ausschließlich Anschlüsse im Bereich der Hoch- und Mittelspannung mit einem Leistungsbedarf über 1,5 MVA (Megavoltampere). Das neue Projekt beinhaltet die diskriminierungsfreie und faire Vergabe von neuen Netzanschlüssen und flexiblen Anschlussvereinbarungen.

Für Privathaushalte und Gewerbebetriebe, die neue Anschlüsse benötigen oder auf Wärmepumpen und Wallboxen für Elektroautos setzen, ändert sich nichts. Denn ausgenommen von den neuen Anschlussregelungen sind alle Anlagen mit einer Leistung unter 1,5 MVA. Über alle Spannungsebenen gerechnet ergeben sich daher für 99 Prozent aller Anschlussverfahren keinerlei Änderungen.

Auch bestehende Netzkunden mit hohem Verbrauch, etwa aus der Industrie, können die bestehende Netzleistung weiter nutzen.

Versorgungssicherheit auf gleichbleibend hohem Niveau

Mit dem neuen Vergabeverfahren reagieren die Hamburger Energienetze auf den hohen Anstieg von Anschlussanträgen für besonders stromintensive Anlagen wie Batteriespeicher oder Rechenzentren und auf Verzögerungen beim Aus- und Neubau von Netzverknüpfungspunkten durch den Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz Transmission.

Viele Verteilnetzbetreiber in Ballungsräumen anderer Bundesländer, z. B. in Berlin, Frankfurt am Main, Bremen oder Duisburg entscheiden über Anschlussanträge bereits nicht mehr nach dem sogenannten Windhundprinzip – also nach der Reihenfolge der Antragseingänge – sondern verteilen die vorhandenen Netzkapazitäten auf alle Anfragenden in sogenannten Repartierungsverfahren. Auch in Hamburg werden mit Start im zweiten Halbjahr 2026 Netzkapazitäten für größere Anschlüsse in einem transparenten und diskriminierungsfreien Repartierungsverfahren vergeben.

Als städtischer Verteilnetzbetreiber steht für die Hamburger Energienetze die Versorgungssicherheit der Hansestadt an oberster Stelle. Damit die im bundesweiten Vergleich hohe Versorgungssicherheit in Hamburg gewährleistet bleibt, behalten die Hamburger Energienetze stets im Blick, welche Leistungen für einen sicheren Betrieb der Energieinfrastruktur zur Verfügung stehen. Mit dem Fair Grid-Projekt ist gewährleistet, dass die benötigten Leistungen energieintensiver Anlagen nicht die zur Verfügung stehenden Netzkapazitäten übersteigen. Gleichzeitig wird über den Einsatz flexibler Netzanschlüsse ermöglicht, Leistungen in lastarme Zeiten zu verschieben und die Netze dadurch bestmöglich zu nutzen.

Die Hamburger Energienetze arbeiten eng mit der 50Hertz Transmission GmbH zusammen, damit das Unternehmen die bestehenden Netzverknüpfungspunkte, die Strom aus dem Übertragungsnetz ins Hamburger Verteilnetz einspeisen, rasch ausbaut und weitere errichtet.


„Die Hamburger Energienetze treiben die Modernisierung der Energieinfrastruktur weiter voran. Mit dem neuen Fair Grid-Projekt schaffen sie die Voraussetzungen, Netzanschlüsse im Bereich der Hoch- und Mittelspannung mit einem Leistungsbedarf über 1,5 MVA transparent und fair vergeben zu können, statt nach dem ‚Windhundprinzip‘ verfahren zu müssen. Entsprechende Verfahren werden bereits in anderen Städten und Regionen in Deutschland praktiziert. Als Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft begleiten wir diesen Prozess und sind überzeugt, dass dieses Vorgehen eine zentrale Herausforderung des steigenden Leistungsbedarfs im Stromnetz gezielt adressiert und so die Energiewende in Hamburg wirksam unterstützt.“

Alexander von Vogel, Staatsrat der Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft und Aufsichtsratsvorsitzender der Hamburger Energienetze


„Unsere Mitarbeitenden schaffen die Grundlage dafür, dass das Hamburger Verteilnetz heute und in Zukunft die benötigte Energie zuverlässig an alle Haushalte, kleine und große Betriebe transportiert. Dafür investieren wir jedes Jahr rund 600 Millionen Euro. Für eine moderne, leistungsstarke Strominfrastruktur, über die in einer klimaneutralen Zukunft fast dreimal so viel Leistung fließen wird wie heute.”

Michael Dammann, Geschäftsführer der Hamburger Energienetze, Ressort Assetmanagement und Netzbetrieb


„Unsere Kunden, ganz gleich, wie viel Strom sie benötigen, brauchen verlässliche Rahmenbedingungen und eine hohe Versorgungssicherheit. Mit dem Fair Grid-Projekt und den Möglichkeiten, besonders hohe Leistungen in lastarmen Zeiten zu beziehen, schaffen wir für unsere Netzkunden eine solide und gerechte Übergangslösung, die Planungssicherheit schafft.”

Peter Wolffram, Geschäftsführer der Hamburger Energienetze, Ressort Unternehmen und Kunde

Aktuelle Prognosen gehen von einer Verdreifachung des Hamburger Leistungsbedarfs in den kommenden 20 Jahren aus: Gasheizungen werden nach und nach durch elektrische Wärmepumpen ersetzt und auch im ÖPNV und in der privaten Mobilität spielen Elektrofahrzeuge eine immer größere Rolle.

Dazu kommen neue Rechenzentren für KI-intensive Anwendungen, aber auch eine Vielzahl von Großbatteriespeichern, die derzeit wegen regulatorischer Anreize bei vielen Unternehmen als besonders profitabel gelten.
 

Pressesprecher
Axel Schröder
Hamburger Energienetze GmbH
040 - 49 202 8344E-Mail schreiben
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